Home » UK-Umsatzsteuer » Waren nach Nordirland einführen? Das sollten Sie vorher wissen
Beim Warenverkehr ist Nordirland nicht einfach „Großbritannien“. Dort gelten andere Regelungen als in England, Schottland und Wales - und bei Zoll und Umsatzsteuer können deshalb besonders leicht Fehler passieren. Wenn Ihre Waren nach oder über Nordirland gelangen, lohnt sich ein kurzes Gespräch, bevor Sie sich festlegen.
Kurz gefasst: Seit dem Brexit und dem Windsor Framework funktioniert die Verbringung von Waren nach Nordirland anders als nach Großbritannien. Waren, die von Großbritannien nach Nordirland verbracht werden, sind entweder „not at risk“ - also nicht gefährdet, in die EU zu gelangen - und können über das vereinfachte UK Internal Market Scheme (UK-Binnenmarktsystem, UKIMS) bewegt werden, oder sie sind „at risk“, womit die vollen EU-Zollkontrollen und möglicherweise EU-Zoll greifen. Auch bei der Umsatzsteuer und bei bestimmten Entscheidungen, etwa der Binding Tariff Information, gelten für Nordirland eigene Regeln. Die Regelungen sind komplex und Fehler schnell passiert. Wenn Nordirland Teil Ihrer Lieferkette ist, sprechen Sie mit uns.
Nach dem Windsor Framework bleibt Nordirland für Waren an bestimmte EU-Regeln angebunden und ist gleichzeitig Teil des Binnenmarkts des Vereinigten Königreichs. Diese Doppelstellung macht die Sache aufwendiger als eine gewöhnliche Einfuhr nach Großbritannien: Dieselbe Ware kann sehr unterschiedlich behandelt werden, je nachdem, woher sie versandt wird und wohin sie letztlich geht.
Waren, die unmittelbar aus der EU nach Nordirland gelangen, bewegen sich in der Regel frei, ohne routinemäßige Zollanmeldungen und ohne Zoll - wobei besondere Regeln weiterhin gelten.
Die entscheidende Frage bei Waren, die aus Großbritannien nach Nordirland verbracht werden, lautet, ob sie:
Die britische Regierung hat erklärt, dass die meisten Warenbewegungen von Großbritannien nach Nordirland als „not at risk“ einzuordnen sein sollten. Sie benötigen dafür jedoch eine Bewilligung, und die Behandlung muss zutreffend sein.
Es ist Teil des Vereinigten Königreichs, folgt für Waren aber unter dem Windsor Framework anderen Regeln. Es funktioniert daher nicht wie Großbritannien.
Unmittelbare Einfuhren aus der EU unterliegen grundsätzlich keinem Zoll. Waren, die von Großbritannien nach Nordirland verbracht werden, können eine Zollschuld auslösen, wenn sie „at risk“ sind, in die EU zu gelangen. Viele Bewegungen lassen sich unter dem UK Internal Market Scheme als „not at risk“ einordnen - allerdings nur mit der richtigen Bewilligung.
Nicht zwangsläufig. Nordirland verlangt eine eigene Betrachtung. Sprechen Sie mit uns, bevor Sie versenden.
Wenn Ihre Waren mit Nordirland in Berührung kommen: Wenden Sie sich an unser Zollteam, bevor Sie sich festlegen. Es ist erheblich günstiger, es von Anfang an richtig zu machen, als später korrigieren zu müssen.
Fachliche Verantwortung: Frau Michelle Lawrence (Zoll).
Letzte Aktualisierung: 2. September 2026.
Lesezeit: etwa 3 Minuten.
Deutsche Fassung geprüft von Frau Christine Turner, Managing Partner.
Quellen (geprüft am 19. August 2026): Internal Market Movements from Great Britain to Northern Ireland; Trading and moving goods in and out of Northern Ireland; Apply for authorisation for the UK Internal Market Scheme; The Windsor Framework.