Was bedeutet „PAYE Presence“ im Vereinigten Königreich?

Verstehen, wann ein ausländischer Arbeitgeber eine UK-Payroll führen muss

Wenn ein Unternehmen Mitarbeiter in Großbritannien beschäftigt, stellt sich schnell die Frage: „Müssen wir eine britische Payroll einrichten?“

Die Antwort hängt davon ab, ob das Unternehmen in UK eine sogenannte PAYE Presence hat. Um das zu verstehen, müssen wir zunächst erklären, was PAYE überhaupt bedeutet.

Was ist PAYE?

PAYE („Pay As You Earn“) ist das britische System zur Erhebung von Einkommensteuer und Sozialabgaben.

  • Der Arbeitgeber behält bei jeder Gehaltszahlung die Einkommensteuer und die National Insurance Contributions (NIC, Sozialversicherungsbeiträge) ein.
  • Diese Beträge werden monatlich an HMRC (das britische Finanzamt) abgeführt.
  • Für Mitarbeiter bedeutet das: Ihre Steuer- und Sozialabgaben werden automatisch vom Gehalt einbehalten, ähnlich wie die Lohnsteuerabzugsverfahren in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Was ist eine PAYE Presence?

Eine PAYE Presence bedeutet, dass HMRC Ihr Unternehmen als steuerlich in UK präsent ansieht. Das ist z. B. der Fall, wenn:

  • eine Zweigniederlassung, Agentur oder Betriebsstätte in UK besteht,
  • ein Büro oder Standort vorhanden ist, über den HMRC Ihr Unternehmen erreichen kann.

 

Wichtig: Nur Mitarbeiter, die aus dem Homeoffice in UK arbeiten, begründen in der Regel keine PAYE Presence.

Warum ist die PAYE Presence wichtig?

  • Mit PAYE Presence: Ihr Unternehmen muss eine vollständige Payroll in UK betreiben und Einkommensteuer + NIC direkt bei der Gehaltszahlung einbehalten.
  • Ohne PAYE Presence: Ihr Unternehmen ist nicht verpflichtet, Einkommensteuer über die Payroll einzubehalten. Stattdessen muss jeder Mitarbeiter seine Steuer über die jährliche UK-Selbstveranlagung (Self Assessment) zahlen.

 

Auch ohne PAYE Presence bestehen aber häufig Pflichten zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen (NICs). Dafür gibt es spezielle NI-only PAYE Schemes.

NI-only PAYE Schemes

Für ausländische Arbeitgeber ohne PAYE Presence gilt:

  • Sie müssen sich für ein NI-only PAYE Scheme registrieren, um Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) abzuführen.
  • Die Einkommensteuer wird vom Mitarbeiter selbst über die Steuererklärung beglichen.

 

Da UK-Mitarbeiter es gewohnt sind, dass alle Abzüge direkt über die Payroll laufen, empfinden sie dieses System als ungewöhnlich. Deshalb entscheiden sich fast alle ausländischen Arbeitgeber für eine freiwillige vollständige PAYE-Registrierung, auch wenn sie dazu nicht verpflichtet wären. Mehr zu Lohnabrechnung für ausländische Arbeitgeber – link to standalone payroll

PAYE Presence bei internationalen Projekten

  • Bei ausländischen Unternehmen mit Projekten in UK (z. B. Bau- oder Engineering-Verträge) besteht oft keine PAYE Presence.
  • Die entsandten Mitarbeiter haben aber dennoch UK-Steuerpflichten.
  • Liegt keine Tochtergesellschaft, kein Büro und keine Betriebsstätte in UK vor, kann es möglich sein, ohne Shadow Payroll auszukommen.
  • Sind die Mitarbeiter jedoch tax equalised, kann eine Shadow Payroll dennoch notwendig werden.

 

Weiterführend: Shadow Payroll in UK | Appendix 6 Sonderregelung | Section 690 UK

 

Wie Türner & Co Sie unterstützt

Wir helfen Ihnen zu klären, ob Ihr Unternehmen eine PAYE Presence hat und welche Pflichten bestehen:

  • Analyse, ob Ihre Aktivitäten in UK eine PAYE Presence darstellen.
  • Einrichtung eines NI-only Schemes, falls keine Presence vorliegt.
  • Unterstützung bei der freiwilligen Registrierung für eine volle PAYE Payroll.
  • Beratung zu Shadow Payroll und Tax Equalisation.
  • Erstellung der UK-Steuererklärungen für Ihre Mitarbeiter.

Warum Türner & Co?

  • Wir arbeiten ausschließlich mit ausländischen Unternehmen mit UK-Mitarbeitern.
  • Wir erklären das britische System klar und praxisnah – auf Deutsch oder Englisch.
  • Wir helfen Ihnen, die passende Payroll-Lösung zu wählen: PAYE, NI-only oder Self Assessment.

We Understand the Challenges You Face

When you’re not familiar with UK rules, it’s easy to get caught out:

CIS withholding errors

Because no one verified subcontractor status.

Incorrect VAT paid or claimed

Due to wrong invoices or misunderstanding the UK VAT construction rules.

Late VAT registration

That takes weeks, delaying invoicing and cash flow.

Ineligible workers on site

Because immigration wasn’t factored in early enough.

Purchase ledger teams

Paying invoices gross when they should have withheld tax.

Sales invoices

Raised incorrectly before understanding the PE and VAT position.

Transfer pricing and profit attribution

Handled inconsistently or without documentation.

And the most common mistake of all?

No one in your team knows what questions to ask.

That’s where we come in.

Our Promise: We’ll Help You Spot the Issues Before HMRC Does

We’ve supported many international businesses with projects just like yours. We’ll help you:

Get the right tax registrations

In place early: PE, VAT, CIS, PAYE.

Avoid fines and cashflow disruption

By correctly verifying your subcontractors and applying the right VAT and CIS rules.

Prepare your finance team

To check supplier invoices before they’re paid.

Coordinate with your UK and overseas teams

So nothing gets lost between procurement, operations, and finance.

Understand your UK compliance obligations

And take care of them for you.

You’ll get clear advice in plain English (or German), prompt answers, and practical help that fits your business.

We’ll help you manage issues even if the decisions were already made — we understand the reality of how these projects are awarded and delivered.

FAQs

Ja. In Großbritannien erwarten Mitarbeiter, dass alle Abzüge (Steuer und NIC) direkt vom Gehalt abgezogen werden. Ein NI-only Scheme wirkt deshalb oft ungewöhnlich. Viele ausländische Arbeitgeber entscheiden sich freiwillig für eine vollständige PAYE-Registrierung, um die Erwartungen der Belegschaft zu erfüllen.