Section 690 UK – PAYE-Erleichterung für Arbeitstage im Vereinigten Königreich

So vermeiden Sie eine Lohnsteuer auf 100 % des Gehalts in UK

Nach den britischen PAYE-Regeln (Pay As You Earn) müssten Arbeitgeber mit einer steuerlichen Präsenz in Großbritannien die Lohnsteuer auf das gesamte Welteinkommen eines Mitarbeiters einbehalten – selbst wenn dieser nur einen Teil seiner Arbeitstage tatsächlich in UK verbringt.

Das würde in vielen Fällen zu einer Überbesteuerung führen. Genau hier setzt eine Section 690 Direction an: Sie erlaubt, dass PAYE nur auf den Teil des Gehalts angewendet wird, der den UK-Arbeitstagen entspricht.

Was ist eine Section 690 Direction?

Eine Section 690 Direction ist eine Genehmigung von HMRC (dem britischen Finanzamt), dass der Arbeitgeber PAYE nur auf den geschätzten Anteil des Einkommens einbehält, der auf Tätigkeiten in Großbritannien entfällt.

  • Ohne 690: PAYE auf 100 % des Einkommens.
  • Mit 690: PAYE nur auf UK-Arbeitstage, basierend auf einer Schätzung im Voraus.
  • Am Jahresende erfolgt eine Abrechnung über die britische Steuererklärung (Self Assessment) des Mitarbeiters.

Wann ist Section 690 relevant?

Eine Section 690 Direction ist besonders nützlich für:

  • Nicht in UK ansässige Mitarbeiter, die zeitweise in UK arbeiten.
  • Doppelbesteuerungsabkommen-Fälle (Treaty non-residents).
  • UK-Residenten mit Overseas Workday Relief (OWR).
  • Inbound Assignees, die tax equalised oder tax protected sind.

 

Damit wird vermieden, dass PAYE auf nicht steuerpflichtige Auslandstage erhoben wird.

Wie läuft das Verfahren ab?

  • Antrag im Voraus: Die Section 690 Direction muss rechtzeitig beantragt werden und kann für bis zu drei Steuerjahre gelten.
  • Schätzung der UK-Arbeitstage: Arbeitgeber und Mitarbeiter legen die erwarteten Arbeitstage in UK fest.
  • PAYE-Berechnung: HMRC genehmigt, dass PAYE nur auf diesen Prozentsatz angewendet wird.
  • Endabrechnung: Über die Self Assessment Steuererklärung wird die endgültige Steuerlast berechnet (Nachzahlung oder Erstattung möglich).

Alternativen zu Section 690

Eine Section 690 Direction ist eine von mehreren Möglichkeiten, PAYE zu vereinfachen. Je nach Unternehmens- und Mitarbeitersituation können auch andere Lösungen sinnvoll sein:

  • Appendix 6 (Modified Payroll) – für tax equalised Mitarbeiter, bei denen der Arbeitgeber die britische Steuer trägt. Mehr zu Appendix 6 »
  • Shadow Payroll – vollständige Meldung der UK-Einkünfte im britischen PAYE-System, parallel zur Heimat-Payroll. Mehr zu Shadow Payroll »
  • Versteuerung nur über Self Assessment – wenn das Unternehmen keine PAYE-Präsenz in UK hat, kann die Steuer ausschließlich über die Steuererklärung des Mitarbeiters abgewickelt werden.

Warum ist Section 690 wichtig?

  • Vermeidung von Doppelbesteuerung: Keine PAYE auf 100 % des Gehalts, wenn UK nur teilweise steuerberechtigt ist.
  • Cashflow-Schutz: Mitarbeiter müssen nicht auf Erstattungen warten.
  • Compliance-Sicherheit: HMRC genehmigt die Vorgehensweise im Voraus.
  • Flexibilität: Anpassbar für unterschiedliche Entsendungsmodelle.

Wie Türner & Co Sie unterstützt

Wir helfen Ihnen bei der Entscheidung, ob Section 690 die passende Lösung ist:

  • Prüfung der Eignung für Ihre Assignees.
  • Antragstellung bei HMRC.
  • Beratung bei der PAYE-Umsetzung.
  • Koordination mit Ihren internationalen Payroll- und Steuerteams.
  • Erstellung der UK-Steuererklärungen für die betroffenen Mitarbeiter.

Warum Türner & Co?

  • Spezialisiert auf ausländische Unternehmen mit Mitarbeitern in UK.
  • Kompetenz bei Payroll-Sonderregelungen (Appendix 6, Shadow Payroll, Section 690).
  • Klare Beratung: Wir erklären, welche Option für Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter am sinnvollsten ist.

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FAQs

Den Antrag stellt der Arbeitgeber mit einer steuerlichen Präsenz in UK. Relevant ist dies, wenn Mitarbeiter sowohl in UK als auch im Ausland arbeiten – z. B. für:
Nicht in UK ansässige Mitarbeiter mit UK-Arbeitstagen
Treaty Non-Residents (aufgrund eines Doppelbesteuerungsabkommens)
UK-Residenten mit Anspruch auf Overseas Workday Relief