Die 60-Tage-Regel im Vereinigten Königreich

Was internationale Arbeitgeber wissen müssen

Warum dieses Thema wichtig ist

Viele Unternehmen haben von der sogenannten 60-Tage-Regel UK gehört – aber was bedeutet sie konkret in der Praxis?

Die Regel betrifft Fälle, in denen Großbritannien eigentlich ein Besteuerungsrecht für UK-Arbeitstage von Mitarbeitenden aus dem Ausland hat, es sich aber nur um sehr kurze Aufenthalte handelt.

Die 60-Tage-Regel ist ein unilaterales Zugeständnis von HMRC:

  • Wenn ein Mitarbeitender weniger als 60 Tage im UK-Steuerjahr (6. April – 5. April) arbeitet,
  • und diese Tage kein Teil einer längeren Entsendung oder eines wiederkehrenden Einsatzmusters sind,

 

… verzichtet UK trotz Besteuerungsrecht auf die tatsächliche Besteuerung.

Wann greift die 60-Tage-Regel?

Die Regel setzt voraus, dass das UK grundsätzlich ein Besteuerungsrecht hat. Das ist der Fall, wenn:

  • die UK-Tochtergesellschaft wirtschaftlicher Arbeitgeber ist (auch wenn der Vertrag beim Mutterhaus liegt, z. B. wegen Kostenübernahme oder Verrechnungen), oder
  • die Tätigkeit im Rahmen einer UK-Betriebsstätte (Permanent Establishment, PE) erfolgt.

 

In diesen Fällen ist die Ausnahme aus dem Doppelbesteuerungsabkommen nicht anwendbar. Trotzdem: Liegen die Voraussetzungen der 60-Tage-Regel vor, verzichtet HMRC auf die Besteuerung.

Voraussetzungen für die 60-Tage-Regel

  1. Ansässigkeit in einem Staat mit vollständigem Doppelbesteuerungsabkommen mit UK
  2. Aufenthalt in UK für <60 Tage im Steuerjahr
  3. Keine Eingliederung in ein längeres Assignment oder wiederkehrendes Einsatzmuster
  4. Keine Aufnahme in die UK-Payroll

 

Praxisbeispiele

  • Beispiel 1: Eine Mitarbeiterin arbeitet 50 Tage für die UK-Tochter. UK ist wirtschaftlicher Arbeitgeber, aber da sie <60 Tage anwesend ist und nicht zurückkehrt → keine Besteuerung.
  • Beispiel 2: Ein Mitarbeiter ist 55 Tage im Jahr 1 und 40 Tage im Jahr 2 in UK. Da es sich um getrennte Einsätze handelt, greift die Regel für beide Jahre.
  • Beispiel 3: Jährlich 59 Tage in UK, integriert in die UK-Geschäftsabläufe → regelmäßiges Muster, die 60-Tage-Regel greift nicht. PAYE ab Tag 1.

Wann greift die 60-Tage-Regel nicht?

  • Mitarbeitende werden über eine UK-Payroll bezahlt
  • Kein Doppelbesteuerungsabkommen mit dem Wohnsitzstaat
  • Aufenthalt >60 Tage oder Teil einer längeren Entsendung
  • Regelmäßige oder wiederkehrende Einsätze im UK

Was Arbeitgeber tun müssen

  • Kurzzeiteinsätze sorgfältig tracken (Reisedaten, Arbeitstage)
  • Prüfen, ob UK-Besteuerungsrechte bestehen → Siehe UK-Taxing Rights für Inbound-Mitarbeitende
  • Erwägen, ein Short Term Business Visitor Agreement (STBVA) mit HMRC abzuschließen, um Payroll-Belastung zu vermeiden

Unsere Unterstützung

Wir helfen internationalen Arbeitgebern bei:

  • Prüfung, ob die 60-Tage-Regel UK anwendbar ist
  • Beurteilung, wann PAYE-Pflichten entstehen
  • Beantragung von STBVA-Vereinbarungen
  • Verwaltung von Payroll- & HMRC-Compliance für Kurzzeitbesuche

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FAQs

Kontaktieren Sie uns

Die 60-Tage-Regel UK kann Ihre Payroll-Belastung bei Kurzzeiteinsätzen erheblich reduzieren – aber nur, wenn sie korrekt angewendet wird.

Kontaktieren Sie uns, um zu prüfen, ob Ihre Mitarbeitenden unter die Regel fallen.

Sarah English

Liam Perry

Senior Associate